Was haben Frauen mit italienischer Migrationsgeschichte in Westfalen und Lippe alles „im Gepäck“? Unser Projekt untersucht die sprachlichen und sozialen Profile italienischer Frauen in den Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold und Münster. Wir wollen nicht nur ihre individuellen Lebenswege nachzeichnen, sondern herausarbeiten, wie ihr sprachliches Repertoire aussieht, welche Sprachkompetenzen soziale Interaktionen, deren Integration und Erfahrungen in Deutschland sowie den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen auf welche Weise beeinflussen. Spracheinstellungen und Sprachbewusstsein interessieren uns dabei ebenso wie Motivation und Art der Migration. Damit trägt unser Projekt zu einem besseren Verständnis der bislang wenig erforschten weiblichen italienischen Migration in unserer Region bei.
In unserer ersten Forschungsphase haben wir 129 Frauen online und vor Ort befragt, deren Aufenthaltsdauer in Deutschland zwischen drei Monaten und 64 Jahren beträgt; die Teilnehmerinnen sind zwischen 20 und 89 Jahre alt (Durchschnitt 47 Jahre). Um ein differenziertes Bild zu erhalten, haben wir zwei unterschiedliche Gruppen (Subkorpora) untersucht:
Subkorpus 1: Die „digitalen Stimmen“ (Online-Befragung)
Über die Kanäle der italienischen Community und mit Unterstützung des Italienvereins e.V. Dortmund erreichten wir 51 Teilnehmerinnen mit einem Online-Fragebogen.
Subkorpus 2: Die „Stimmen vor Ort“ (Papierfragebogen-Befragung)
In den Warteräumen der ITAL-UIL in Dortmund, Lippstadt und Lüdenscheid sowie in der Missione cattolica italiana in Gevelsberg befragten wir 78 Frauen, die vor Ort nach Unterstützung in bürokratisch-administrativen Angelegenheiten suchten.
Interessantes zu
Zwischen Pragmatismus und Identität?
Während fast alle Befragten (128 von 129) die italienische Staatsbürgerschaft besitzen, zeigt der Großteil kein Interesse an der Einbürgerung. Die Gründe dafür sind vielfältig. Am häufigsten werden die folgenden drei genannt:
Der Einbürgerungstest scheint für die seit langem in Deutschland lebenden Teilnehmerinnen aber vor allem eine emotionale Hürde darzustellen. Der Test wird offenbar nicht lediglich als bürokratische Formalität, sondern eher als staatliche Infragestellung der Zugehörigkeit empfunden. Die Ablehnung scheint einen stillen Protest gegen eine Integrationslogik zu markieren, die dort einen formalen Beweis fordert, wo vielleicht längst ein Zugehörigkeitsgefühl besteht.
“Mi rifiuto di affrontare il test d’ingresso.”
– Dozentin, 72 Jahre aus Münster, seit 54 Jahren in Deutschland
Die politische Partizipation wird zwar als einzig relevanter Anreiz genannt, erweist sich jedoch für die Mehrheit offenbar als nicht hinreichende Motivation.
“Non ho reali vantaggi ad avere la cittadinanza tedesca. Lo farei solo per votare.”
– Projektmitarbeiterin, 53 Jahre aus Bochum, seit 13 Jahren in Deutschland
Definitiv mehr als nur Deutsch!
Die Frauen der beiden Korpora bringen ein beeindruckendes sprachliches Repertoire – mit Englisch (61%), Französisch (36%) und Spanisch (21%) – neben Deutsch und Italienisch mit; über 30% der insgesamt befragten Frauen geben Dialektkenntnisse an.
Fast 80 % der insgesamt befragten Frauen nutzen Deutsch täglich am Arbeitsplatz. 50% der Frauen sprechen dort ausschließlich Deutsch, während 33% Italienisch und Deutsch benutzen.
Betrachtet man die Verteilung der Sprachkenntnisse auf die beiden Subkorpora wird Folgendes ersichtlich:
Subkorpus 1: Die „digitalen Stimmen“ (Online-Befragung)
In dieser Gruppe ist eine ausgeprägte individuelle Mehrsprachigkeit mit Fokus auf europäische Sprachen erkennbar. Die Frauen dieser Gruppe sprechen im Durchschnitt 3 Sprachen. Neben Italienisch und Deutsch sind diese bei etwa 78% Englisch, bei etwa 53% Französisch und bei etwa 27% Spanisch. 14% der Frauen geben an, einen Dialekt als Muttersprache zu haben.
Subkorpus 2: Die „Stimmen vor Ort“ (Papierfragebogen-Befragung)
In dieser Gruppe weist das sprachliche Repertoire eine größere Heterogenität auf, die auf die unterschiedlichen Migrationswege der Teilnehmerinnen zurückzuführen ist: Ein Teil der Befragten – darunter Frauen aus Griechenland, Marokko, Rumänien, Kosovo und Syrien – weist einen mehrstufigen Migrationshintergrund mit Italien als langjährigem Lebensmittelpunkt auf. Auch hier liegt der Durchschnitt der Anzahl der beherrschten Sprachen bei 3. Insgesamt geben 44 % der in dieser Gruppe befragten Frauen geben einen Dialekt als ihre Muttersprache an.
Eine Teilnehmerin bringt die Notwendigkeit, in Deutschland über Deutschkenntnisse zu verfügen, wie folgt auf den Punkt:
“In Germania si vive bene, ma è importante parlare la lingua, perché altrimenti non si combina niente.”
– Hausfrau und Mutter, 33 Jahre aus Hagen, seit 3 Jahren in Deutschland
Eine weitere Teilnehmerin thematisiert funktionales Code-Switching zwischen Dialekt und Deutsch.
“...parlo dialetto col marito quando mi arrabbio, oppure tedesco. So esprimermi meglio in tedesco quando mi sento emozionale.”
– Medizinische Fachangestellte, 33 Jahre aus Gevelsberg, in Deutschland geboren
Im Vergleich fällt auf…
In Subkorpus 1 verfügt ein deutlich größerer Anteil der Befragten über gute Kenntnisse in den genannten Fremdsprachen: Englisch wird nach eigenen Aussagen von etwa 59% gut beherrscht, Französisch von etwa 21% und Spanisch von etwa 8%. In Subkorpus 2 liegen diese Werte – mit Ausnahme des Spanischen (von dem etwa 10% angeben, es gut zu beherrschen) – durchgehend niedriger: gute Englischkenntnisse werden von etwa 35%, Französischkenntnisse von etwa 9% angegeben. Dieser Unterschied verweist auf das insgesamt breitere und höher ausgebaute Fremdsprachenrepertoire der Teilnehmerinnen aus Subkorpus 1, das mit deren akademischem und beruflichem Hintergrund einhergeht.
Gesteuertes Lernen oder "Schule des Lebens"?
Unsere Daten zeigen, dass der Weg in die deutsche Sprache oft davon abhängt, unter welchen Bedingungen die Frauen nach Nordrhein-Westfalen kamen. Während in Subkorpus 1 der gesteuerte Spracherwerb dominiert, verläuft er in Subkorpus 2 oft ungesteuert.
Subkorpus 1: Die „digitalen Stimmen“ (Online-Befragung)
In dieser Gruppe begann das Deutschlernen oft schon vor der Abreise aus Italien. 19 von 51 Frauen lernten Deutsch bereits in der Schule in Italien, weitere 7 besuchten dort Sprachkurse. Fast 33 % belegten zudem Sprachkurse direkt nach der Ankunft in Deutschland.
Subkorpus 2: Die Stimmen „vor Ort“ (Papierfragebogen-Befragung)
Für die Frauen, die wir vor Ort befragten, war der Spracherwerb meist weniger gesteuert und stärker durch den Arbeitsalltag und die Familie geprägt. 17 von 78 Frauen lernten Deutsch vorwiegend am Arbeitsplatz oder durch soziale Kontakte. 22 Befragte gaben an, die Sprache „auf andere Weise“ gelernt zu haben, wobei sich dahinter die verschiedensten Geschichten verbergen: Mütter und Großmütter lernen das Deutsche nicht selten über ihre Kinder oder Enkelkinder oder durch den Kontakt zu anderen Eltern auf dem Spielplatz oder über den Kindergarten. Damit fungieren Kinder und Enkelkinder oft als wichtige Sprachmittler oder Brückenbauer. Gerade Frauen mit Care-Verpflichtung geben an, keine passenden Sprachkursangebote zu finden:
“... anche se vuoi andare a scuola per imparare la lingua sempre non c'è posti, non c'è quella, non c'è questo... e quindi con tre bambini non puoi andare. Per esempio ti fanno questi orari, ma tu ovviamente non ti puoi muovere dalla casa per andarci.”
– Hausfrau, 33 Jahre aus Lünen
Ein Überblick über den Spracherwerb
|
Anzahl Frauen |
Anteil |
|
|
Arbeitsplatz / Soziale Kontakte |
47 |
39 % |
|
Familie (Kinder, Enkel, etc.) |
35 |
29 % |
|
Sprachkurs (in DE oder IT) |
62 |
52 % |
|
Keine Deutschkenntnisse |
7 |
6 % |
Wie lernen die befragten Italienerinnen in Westfalen und Lippe Deutsch?
Eine sprachübergreifende Herausforderung
Trotz insgesamt solider Sprachkenntnisse stellen Behördengänge eine emotionale und sprachliche Hürde für viele Frauen dar.
Aufgrund des höheren Anteils an Akademikerinnen in Subkorpus 1 (Onlinebefragung) ist es wenig verwunderlich, dass die Befragten dieser Gruppe in administrativen Angelegenheiten bei Behörden insgesamt etwas weniger Hilfe bedürfen als die Befragten im Subkorpus 2. Das hängt allerdings auch wesentlich damit zusammen, dass wir für die zweite Teilstudie Frauen angesprochen haben, die gezielt nach Hilfe gesucht haben. In der Onlinebefragung gaben dennoch 22 von 51 Frauen (43%) an, bereits Hilfe bei bürokratischen Prozessen benötigt zu haben; in der Befragung vor Ort traf dies auf 45 von 78 Frauen (58%) zu.
Signifikanter ist der Unterschied zwischen den beiden Befragtengruppen, wenn es um Schwierigkeiten mit deutschsprachigen Formularen geht: 6 von 51 Frauen aus der Onlinebefragung (12%) erzählten uns von Schwierigkeiten im Umgang mit deutschsprachigen Formularen, 12 weitere (24%) gaben an, gelegentlich Probleme damit gehabt zu haben. Im zweiten Subkorpus (der Befragung vor Ort) berichteten uns 34 von 78 Frauen (44%) von regelmäßigen und 12 weitere (15%) von mindestens gelegentlichen Problemen.
Erstaunlich sind schließlich die Antworten auf die Frage, ob die Frauen aufgrund von Verständigungsproblemen (Sprechen und/oder Verstehen) schon einmal keine Unterstützung oder Hilfe erhalten haben. Dies bejahen 19 von 51 Frauen (37%) der online Befragten und 15 von 78 Frauen (19%) der Befragten vor Ort. Ob dieser Befund möglicherweise darauf zurückgeführt werden kann, dass die Frauen, die an unserer Onlinebefragung teilgenommen haben, Unterstützungsangebote wie diejenigen von ITAL-UIL oder der Missione cattolica italiana nicht in Anspruch nehmen, ist eine Frage, die wir gerne vertiefen möchten.
Bürokratie als transnationales und sicher nicht nur „italienisches“ Problem
Formulare sind – das zeigen die Daten unserer beiden Befragungen – oft sowohl auf Deutsch als auch auf Italienisch unverständlich. Viele Frauen benötigen Unterstützung bei der Bewältigung von adminstrativen Angelegenheiten. Hilfe erhalten sie häufig von Familienangehörigen; besonders häufig wird der Ehemann als unterstützende Person genannt, danach Kinder und Geschwister. Die Frauen erfahren auch Unterstützung außerhalb ihrer Familie. Die Beratungsstellen von ITAL-UIL sowie der Italienverein werden in beiden Subkorpora positiv im Hinblick auf Unterstützungsangebote im Kontakt mit deutschen oder italienischen Behörden hervorgehoben.
Aufschlussreich sind die Ergebnisse einer Korrelationsanalyse der Variablen Alter und Aufenthaltsdauer mit den von den Befragten angegebenen Schwierigkeiten und dem Unterstützungsbedarf im Umgang mit deutschsprachigen Formularen und der Bürokratie in Deutschland.
| Korrelationsanalysen | Gesamtbefragung | Subkorpus 1 (Onlinebefragung) | Subkorpus 2 (Befragung vor Ort) |
| Alter / Schwierigkeiten | -0,27 | +0,14 | -0,46 |
| Alter / Unterstützungsbedarf | -0,06 | +0,16 | -0,18 |
| Aufenthaltsdauer / Schwierigkeiten | +0,18 | +0,43 | +0,10 |
| Aufenthaltsdauer / Unterstützungsbedarf | +0,34 | +0,34 | +0,36 |
Korrelationsberechnungen nach Spearman-Rangkorrelationskoeffizient
Für die Teilnehmerinnen an der Onlinebefragung zeigt sich, dass das Alter der Probandinnen und die Schwierigkeiten oder der Unterstützungbedarf in Bezug auf den Kontakt mit deutschen Behörden nur leicht positiv korrelieren; ältere Probandinnen scheinen also nicht signifikant mehr Schwierigkeiten zu haben als jüngere. In Bezug auf die Aufenthaltsdauer der Befragten in Deutschland besteht dagegen eine stark positive Korrelation: Je länger die Frauen bereits in Deutschland leben, desto geringer sind die subjektiven Schwierigkeiten und der Unterstützungbedarf im Kontakt mit deutschen Behörden.
Für die zweite Teilstudie (Befragung vor Ort) lassen sich dagegen zum Teil andere Zusammenhänge nachweisen: Je älter die befragten Frauen sind, desto mehr Schwierigkeiten haben sie mit deutschsprachigen Formularen, sie benötigen tendenziell auch mehr Unterstützung als jüngere Frauen, wobei die Korrelation hier weniger signifikant ist. Analog zum Befund aus der ersten Teilstudie lässt sich auch für die zweite Befragtengruppe ein stark positiver Zusammenhang zwischen Aufenthaltsdauer und Unterstützungbedarf sowie ein leicht positiver Zusammenhang zwischen Aufenthaltsdauer und erlebten Schwierigkeiten im Umgang mit deutschsprachigen Formularen nachweisen.
Anzumerken ist, dass die dargestellten Zusammenhänge angesichts des geringen Stichprobenumfangs (N = 122) in der Pilotstudie lediglich als Tendenzen verstanden werden dürfen.
| Dass Schwierigkeiten im Umgang mit Formularen und Behörden nicht nur für das Deutsche, sondern auch für das Italienische angegeben werden, verweist darauf, dass es sich hierbei nicht primär um ein migrationsspezifisches oder gar genuin italienisches Problem handelt. Vielmehr deutet dieser Befund auf eine grundsätzliche Problematik in Bezug auf die Kommunikation mit Behörden und den Umgang mit Formularen sowohl im deutsch- als auch im italienischsprachigen Raum hin. Es handelt sich demnach weniger um individuelle sprachliche Defizite als vielmehr um strukturelle Barrieren institutioneller Kommunikation. Entsprechend würde es nicht migrationsspezifischer Sonderlösungen, sondern eher breit angelegter Maßnahmen bedürfen, um etwa durch systematische Erläuterungen in einfacher Sprache eine bessere Verständlichkeit administrativer Texte zu erzielen. |
Das Gefühl der Unmündigkeit
Selbst Frauen mit hohem Bildungsgrad berichten, sich im Kontakt mit Ämtern „wie ein Kind“ zu fühlen.
“Essere qui mi fa sentire una bambina. Sono abituata che giovani e giovanissimi mi spiegano cosa fare. Dei bambini. Anche mio nipote sa muoversi meglio di me.”
– ehemalige Angestellte im Ruhestand, 57 Jahre aus Dortmund
“Il mio livello di tedesco è il mio biglietto da visita negativo in ogni contesto in cui mi presento per la prima volta. Questo in tutti gli uffici tedeschi...”
– Lehrerin, 43 Jahre aus Dortmund
Sprachliche Unsicherheit und neues Selbstbewusstsein
Ein hörbarer Akzent oder das äußere Erscheinungsbild führen laut Befragten häufig zu Vorurteilen. Oft wird fälschlicherweise angenommen, die Frauen würden kein Deutsch beherrschen. Doch es gibt auch eine Gegenbewegung: Einige Teilnehmerinnen berichten, dass sie zunächst versuchten, an ihrem italienischen Akzent zu arbeiten, ihn nun aber mit Stolz als Zeichen ihrer Identität tragen.
“Per un po' ho cercato di lavorare sulla dizione, ma poi ho deciso che non era giusto nei miei confronti, voler nascondere le mie origini e ora faccio quasi apposta a far sentire che sono italiana!”
– Beraterin für Wirtschaftsentwicklung, 35 Jahre aus Bielefeld
Trotz der oft jahrzehntelangen Aufenthaltsdauer (im Schnitt 25 Jahre in Subkorpus 2) bleiben Hürden bestehen. Besonders schmerzlich ist für viele die wahrgenommene Veränderung in der Gesellschaft. Manche älteren Teilnehmerinnen merken an, dass die Deutschen früher hilfsbereiter waren. Heute fühlen sie sich bei Behördengängen oft allein gelassen.
“... qui in Germania non è più come una volta... 20 anni fà sinceramente la Germania era più tranquilla... i tedeschi erano più disponibili prima, non vedo più questa atmosfera confrontati agli italiani.”
– Renterin, 67 Jahre aus Dortmund
Unser Projekt möchte den italienischen Frauen in Westfalen und Lippe nicht nur Gehör schenken, sondern ihre Erfahrungen aktiv nutzen, um Veränderungen anzustoßen. Die Teilnehmerinnen haben uns durch ihre persönlichen Geschichten und Wünsche sehr klare Richtungen gewiesen und dabei auch selbst Wünsche und Vorschläge geäußert:
Obwohl ein Großteil der Frauen über solide Deutschkenntnisse verfügt, bleibt die Unverständlichkeit des „Bürokratendeutsch“ ein Problem, von welchem sicherlich nicht nur Italienerinnen betroffen sind und das oft zu Gefühlen der Unsicherheit und Unmündigkeit führt. Erklärvideos und bebilderte Anleitungen könnten komplexe Prozesse (etwa Rentenanträge oder Steuererklärungen) verständlicher und zugänglicher machen. Auch Kulturvermittler könnten sinnvoll eingesetzt werden, um Brücken zu bauen, sie würden nicht nur Worte übersetzen, sondern dabei auch Abläufe und kulturelle Hintergründe erklären – alles wichtige Informationen, insbesondere für Frauen, die sich erst seit kurzem in Deutschland aufhalten. Zudem sind klassische Sprachkurse nicht immer mit den individuellen Lebensrealitäten von Frauen mit Care-Verpflichtungen vereinbar, hier könnten niedrigschwellige, flexible und ortsnahe Angebot Abhilfe schaffen und den Zugang zur Sprache und damit zum gesellschaftlichen Leben in Deutschland erleichtern. Nicht zuletzt wünschen sich die Befragten auch direktere und vor allem digitale Kommunikationskanäle zu den Behörden.
Nach der Erhebungsphase unserer Pilotstudie im Frühjahr 2025 und der Auswertung, Kategorisierung und Systematisierung der erhobenen Daten haben wir für die nun folgende Hauptstudie einen überarbeiteten Onlinefragbogen entwickelt, der die Tendenzen der Pilotstudie aufgreift und konsequent weiterverfolgt.
Mit der aktuell laufenden Hauptstudie möchten wir weiteren Stimmen der weiblichen italienischen Diaspora in Nordrhein-Westfalen Gehör verschaffen!
Wir freuen uns über jede weitere Teilnehmerin, die uns dabei hilft, die Geschichte(n) der italienischen Frauen in Westfalen sichtbar zu machen und die vielen interessanten Befunde der Pilotstudie systematisch zu vertiefen!
👉 Partecipa cui!

Volker Burgard, Philip Oppenländer, Sara Matrisciano-Mayerhofer, Katrin Bohnenkamp, Irene Gallerani und Markus Kreuz (von links)
Im Rahmen eines konstruktiven Austauschs mit dem Italienverein. Zentrum für Sprach- und Kulturvermittlung e.V., vertreten durch Frau Dr. Irene Gallerani, sowie dem Honorarkonsul der Italienischen Republik, Herrn Markus Kreuz, und dem Beigeordneten und Dezernenten für Klima, Umwelt und Migration der Stadt Hamm, Herrn Volker Burgard, wurden wertvolle Impulse für unser Forschungsprojekt Von Italien nach Nordrhein-Westfalen: Weibliche Stimmen der italienischen Diaspora in den Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold und Münster gesetzt
Wir danken dem Com.It.Es herzlich für den wertvollen Anstoß zu unserem Projekt sowie für die fianzielle Unterstützung gemeinsam mit dem Italienverein und der Stadt Hamm. Diese Fördermittel leisten einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Durchführung der Untersuchung und ermöglichen eine fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den sprachlichen, sozialen und kulturellen Aspekten der weiblichen Migration aus Italien in jenen Kommunen, in denen die italienische Gemeinschaft besonders stark vertreten ist.
Prof. Dr. Sara Matrisciano-Mayerhofer und ihre MitarbeiterInnen begrüßen die geschlossenen Kooperationsvereinbarungen, die erstmals eine migrations- und soziolinguistische Untersuchung zentraler Fragestellungen zu den Sprachprofilen sowie den kommunikativen Herausforderungen italienischer Migrantinnen in den Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold und Münster ermöglichen.



