05.01.2026
In Calderóns Werken finden sich mitunter ‚Fehler‘, wobei einige davon in Wirklichkeit bewusst eingesetzte Strategien des Autors sind, um sein Publikum in den Bann zu schlagen. Seit Aristoteles gilt die Hamartia (ein fataler Fehler oder Missverständnis) als integraler Bestandteil der Tragödie, und auch unser Barockdramaturg bedient sich dieser Technik in einigen seiner Dramen. Es finden sich in seinem Œuvre jedoch auch unbeabsichtigte Fehler, wie jene, die bei der Überlieferung seiner Schriften aufgetreten sind und die ein grundlegendes Problem der Editionsphilologie bei der Erstellung zuverlässiger, historisch-kritischer Ausgaben darstellen. Hinzu kommen Fehler bzw. Fehleinschätzungen oder -deutungen, die der Literaturwissenschaft in ihrer Auseinandersetzung mit Calderón unterlaufen sind, sowie eine daraus resultierende Verfälschung des Bildes dieses frühmodernen Autors. Schließlich wirkt sich die Dynamik von beabsichtigten und unbeabsichtigten Fehlern auch auf neue Methoden der Digital Humanities aus, wenn diese versuchen, aus den Texten Calderóns abgeleitete Daten computergestützt auszuwerten.
In diesem siebzehnten Band der Reihe Archivum Calderonianum befassen sich sechzehn Studien renommierter internationaler Calderón-Forscher mit der vielschichtigen und intrikaten Beziehung von beabsichtigten und unbeabsichtigten Fehlern in seinem Œuvre und bieten dabei sowohl editionsphilologische Beiträge und Interpretationen auf der Grundlage eines Close Reading als auch Distant Readings, die mit computergestützten Methoden erstellt wurden. Wir widmen diesen Band dem großen deutschen Calderonisten Sebastian Neumeister (1938–2023).
Hier finden Sie weitere Informationen zur Publikation von Prof. Dr. Christian Grünnagel und Hanno Ehrlicher.
In Calderóns Werken finden sich mitunter ‚Fehler‘, wobei einige davon in Wirklichkeit bewusst eingesetzte Strategien des Autors sind, um sein Publikum in den Bann zu schlagen. Seit Aristoteles gilt die Hamartia (ein fataler Fehler oder Missverständnis) als integraler Bestandteil der Tragödie, und auch unser Barockdramaturg bedient sich dieser Technik in einigen seiner Dramen. Es finden sich in seinem Œuvre jedoch auch unbeabsichtigte Fehler, wie jene, die bei der Überlieferung seiner Schriften aufgetreten sind und die ein grundlegendes Problem der Editionsphilologie bei der Erstellung zuverlässiger, historisch-kritischer Ausgaben darstellen. Hinzu kommen Fehler bzw. Fehleinschätzungen oder -deutungen, die der Literaturwissenschaft in ihrer Auseinandersetzung mit Calderón unterlaufen sind, sowie eine daraus resultierende Verfälschung des Bildes dieses frühmodernen Autors. Schließlich wirkt sich die Dynamik von beabsichtigten und unbeabsichtigten Fehlern auch auf neue Methoden der Digital Humanities aus, wenn diese versuchen, aus den Texten Calderóns abgeleitete Daten computergestützt auszuwerten.
In diesem siebzehnten Band der Reihe Archivum Calderonianum befassen sich sechzehn Studien renommierter internationaler Calderón-Forscher mit der vielschichtigen und intrikaten Beziehung von beabsichtigten und unbeabsichtigten Fehlern in seinem Œuvre und bieten dabei sowohl editionsphilologische Beiträge und Interpretationen auf der Grundlage eines Close Reading als auch Distant Readings, die mit computergestützten Methoden erstellt wurden. Wir widmen diesen Band dem großen deutschen Calderonisten Sebastian Neumeister (1938–2023).
Hier finden Sie weitere Informationen zur Publikation von Prof. Dr. Christian Grünnagel und Hanno Ehrlicher.